Fällt dir die Umsetzung auch so schwer?

Lange Zeit war ich echt sauer!

Da waren Kollegen, die ziemlich zeitgleich mit mir oder sogar später begonnen haben – und die gefühlt im Sauseschritt an mir vorbeigezogen sind.

Sie feierten einen Erfolg nach dem anderen und bei mir ging es nur im Schneckentempo voran. Ehrlich gesagt hatte ich damals keine Ahnung, woran es liegt!

Ich war doch fleißig, machte meine Arbeit wirklich gut, hatte viele Ideen und… Halt, Stop! Ja, ich hatte Ideen, die ich schön in meinem Notizbuch sammelte. Da waren auch richtig gute Ideen dabei. Aber ich sammelte sie nur!

Als ich das begriff, konnte ich auch sehen, warum die anderen alle an mir vorbeigezogen waren. Sie haben ihre Ideen nämlich nicht nur gesammelt, sondern umgesetzt!

Warum es so schwer ist, in die Umsetzung zu kommen!

Kommt dir das bekannt vor? Bist du vielleicht auch so ein Ideensammler, wie ich es war?

Dann hab ich eine gute Nachricht für dich: Du kannst es ändern! Und das ist auch gar nicht mal schwer. Alles was es dazu braucht, ist das Bewusstsein dafür, WARUM du nicht in die Umsetzung kommst und ein Plan, wie du es dennoch schaffst.

Ja, das klingt einfach. Ist es eigentlich auch. Und gleichzeitig ist es auch richtig schwer – zumindest der Teil mit dem Bewusstsein. Da müssen wir uns nämlich eingestehen, was bei uns schief läuft. Selten angenehm, das zu tun!

Deine Gründe sind nur Ausreden

Als ich Ideen nur gesammelt aber nicht umgesetzt hab, hatte ich dafür gute Gründe. Zumindest dachte ich das!

Ich hab da gerade keine Zeit für.
Mir fehlt da noch eine Weiterbildung, um das machen zu können.
Gerade haben die Kundenaufträge wirklich Priorität.
Es ist zu warm/kalt/regnerisch….
Das passt gerade nicht, weil Ferienzeit ist.
usw.

Kommt dir das bekannt vor? Ja, manchmal kann es wirklich sein, dass es zeitlich nicht geht. Und manchmal musst du vielleicht wirklich noch etwas Wissen sammeln. Aber in den meisten Fällen sind das alles nichts als Ausreden.

Glaub mir, ich weiß, wie du dich jetzt fühlst. Ich war auch an dem Punkt und wäre mir für diese Erkenntnis am liebsten selbst an die Gurgel gegangen. Aber es ist nun mal so!

Hinter den Ausreden liegt ein anderer Grund

Als ich soweit gekommen war, bohrte ich weiter, warum ich nicht in die Umsetzung kam.

Und plötzlich war sie da, die Erkenntnis: Ich habe Angst!

Je nach Idee waren es unterschiedliche Ängste, die da aufkamen.
… die Angst nicht gut genug zu sein.
… die Angst zu versagen.
… die Angst keinen Erfolg zu haben.
… und noch einige Ängste mehr.

Erst dann, als mir diese Angst bewusst wurde, konnte ich auch wirklich etwas tun. Ich konnte mich fragen, ob die Angst begründet war – und was mir im schlimmsten Fall passieren konnte.

Meist sah ich dann ganz schnell, dass der Worst Case gar nicht so schlimm war. Und damit löste sich auch die Angst auf.

Manchmal blieb die Angst aber auch. Das war völlig okay, denn ich hab mit der Zeit gelernt, dass Angst nicht schlimm ist. Sie ist nur ein Zeichen dafür, dass ich unbekanntes Terrain betrete und da vielleicht Unerwartetes passieren kann. Also akzeptierte ich die Angst und beschloss, trotzdem in die Umsetzung zu gehen.

Zwischen der Idee und der Umsetzung liegt die Angst

So geht’s in die Umsetzung

Wenn du weißt, warum du bisher nicht in die Umsetzung gegangen bist und mit deiner Angst umgehen kannst, ist ein großer Schritt getan. Aber das allein reicht natürlich nicht, denn jetzt musst du auch wirklich ins Handeln kommen.

Bei mir bedeutet das inzwischen, dass ich jede Idee weiterhin notiere. Aber dann mach ich das Notizbuch nicht wieder zu, sondern gehe gleich in die Planung.

Ich umreiße die Idee und stecke mir Ziele. Die setze ich mir allerdings nicht rational, sondern ich verbinde sie mit Gefühlen. Dabei stell ich mir also vor, wie ich mich fühle, wenn ich dieses oder jenes Ziel erreicht hab. Ich visualisiere es, geh in das Gefühl hinein und verbinde mich damit. Ein unheimlich starker Motivator!

Im nächsten Schritt arbeite ich Zwischenziele bzw. Meilensteine aus und notiere mir dann kleine Schritte, die zum Erreichen der einzelnen Etappen nötig sind.

Schon bei dieser Arbeit erkenne ich, ob eine Idee auch wirklich Potential hat. Merke ich, dass passt noch nicht so ganz, lass ich es bleiben. Das ist auch okay.

Macht allerdings alles Sinn, dann steht für ich auch am selben Tag der erste Schritt an.

Vielleicht hast du schon mal von der 72-Stunden-Regel gehört. Sie besagt, dass man Neues innerhalb von 72 Stunden beginnen muss, sonst fängt man gar nicht an. Ich geh noch einen Schritt weiter, bei mir sind es 24 Stunden.

Also muss zumindest der erste Schritt, egal wie klein er ist, am ersten Tag gemacht werden.

Die miesen Boykottierer!

Eigentlich läuft ja jetzt alles prima. Wir haben aus der Idee einen Plan entwickelt und den ersten Schritt gemacht. Wir sind also schon in der Umsetzung. Dann können wir also an dieser Stelle Schluss machen, oder?

Schön wär’s! Aber leider sind wir hier noch nicht safe. Denn mit jeder Idee, die wir umsetzen, gehen wir aus unserer Komfortzone raus. Wenn das passiert, tauchen auch immer wieder Hindernisse, ich nenne sie meine Boykottierer, auf und schmeißen uns Steine in den Weg.

So dauert es nicht lange und erste Zweifel werden sich melden. Ist das wirklich sinnvoll, was ich da tue?
Hat das nicht schon mal jemand viel besser gemacht?
Wird das wirklich Erfolg haben?

Diese Zweifel sind genauso wie die Ängste zu behandeln. Sag Hallo, lächle, winke ihnen vielleicht noch freundlich zu und akzeptiere, dass sie da sind. Und dann mach weiter!

Hinter der nächsten Kurve lauern nämlich schon die nächsten Boykottierer und haben eine Perfektionsfalle gebuddelt. Fällst du da hinein, bist du auf einmal mit nichts mehr zufrieden und willst am liebsten noch mal von vorn anfangen. Und dann natürlich alles perfekt machen!

Lass es! Es ist wirklich nur eine Falle! Alles ist gut so, wie es ist. Und wenn nicht, dann hast du später noch Zeit, es auszubessern. Wichtig ist jetzt erst einmal, dass du es fertigstellst!

Umgang mit Problemen in der Umsetzung

Nicht immer, aber doch sehr häufig tauchen in der Umsetzung auch Probleme auf. Das ist normal und nichts, was dich schocken sollte. Wichtig ist nur, wie du mit den Problemen umgehst.

Sitzt du da und fragst dich Wie soll ich das denn bitte schaffen? wirst du nicht wirklich weiter kommen. Deshalb vermeide ich inzwischen die Wie-Fragen und verwende stattdessen Was-Fragen, z. B. Was kann ich tun, damit … passiert?

Merkst du den Unterschied? Mit den Was-Fragen gehe ich gleich in die Findung der Lösung, das Handeln ist impliziert und somit gehe ich auch gleich in die Eigenverantwortung. Die beste Voraussetzung, um voran zu kommen.

Ein weiteres Problem, dass auftauchen kann: Die Motivation geht verloren! Besonders bei der Umsetzung von Ideen, die vielleicht nur organisatorischer Natur sind, kann das schon mal passieren (so ist es zumindest bei mir).

Dann wende ich den 10-Minuten-Trick an! Ich gehe an die aktuelle Aufgabe heran, also den Teilschritt zur Erreichung der Ziele, und stelle mir den Timer auf 10 Minuten. In diesen 10 Minuten Arbeite ich an der Aufgabe. Ist die Zeit um und ich bin immer noch nicht motiviert, ist es völlig okay, die Arbeit wegzulegen.

Aber meist ist es eher so, dass ich dann die Aufgabe fertig machen, denn wenn ich erstmal angefangen hab, ist es eh alles nur noch halb so wild!

Umsetzung ist ein Muskel, den du trainieren kannst!

Irgendwann ist es dann soweit und selbst die größte Idee ist umgesetzt. Das ist dann der Moment, in dem du dich so richtig feiern darfst.

Jetzt sind all diese Gefühle da, in die du dich anfangs hineinversetzt hast – nur noch 1000 Mal stärker. Genieße es!

Und dann mach dir bewusst, dass auch die Umsetzung nur ein Muskel ist, den du trainieren kannst. Je öfter du deine Ideen, egal ob klein oder groß, umsetzt, desto leichter wird es dir mit der Zeit fallen!

Also… welche Idee setzt du jetzt um?

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